METAMERDIAGNOSTIK UND ATLASTHERAPIE NACH ARLEN

Definition nach ARLEN

Metamer im Sinne ARLENS würde die Summe der Strukturen verschiedener Organsysteme bezeichnen, die einem Wirbelsegment und deren Rückenmarksnerven zugeordnet sein könnten. Dies würde Haut, Unterhaut, Muskeln, Faszien (Muskelhüllen), innere Organe, Blutgefäße sowie Knochen und Gelenke und vor allem auch Teile des vegetativen Nervensystems laut ARLEN miteinschließen.
Die Erkrankung oder funktionelle Störung eines Metamerteils könnte laut ARLEN vielleicht zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Reaktion auch der anderen zugehörigen Strukturen führen.
Als Beispiele würden unter anderem wissenschaftlich nicht bewiesen und nachgewiesen sowie nicht anerkannt angeführt: wie zum Beispiel sogenannte Missempfindungen (Par-/Hyparaesthesien) der Haut (Head`sche Zonen); ggf. Verquellung der Unterhaut (Kibler`sche Hautfalten); unter Umständen Verspannungen der Muskeln mit fortgeleitetem Schmerz (referred pain); möglicherweise Faszienverziehungen (Strain); eventuell funktionelle Organbeschwerden (Reizkolon, Herzbeschwerden, Unterleibsbeschwerden, Kloßgefühl, Schluckbeschwerden, u. v. a. m.); ggf. funktionelle Gefäßprobleme (kalte Füße, Stauungen), unter Umständen Knochenschmerzen, eventuell Gelenkblockierungen, insbesondere der Wirbelgelenke; ggf. vegetative Begleitreaktionen wie Schwitzen, Kreislaufschwankungen, Übelkeit u. v. a. m.
Die Reaktionen könnten laut ARLEN in Wechselwirkung erfolgen, so dass in jeder Struktur die  Ursache oder auch nur die Reaktionssymptomatik liegen könnte.

Die Untersuchung sollte nach ARLEN zunächst über Haut, Unterhaut und Muskulatur erfolgen. Bei eventuell Auffälligkeiten würden Wirbelgelenke segmental bzw. die Extremitätengelenke untersucht, ggf. auch die inneren Organe.
Die metamere Untersuchung könnte der Auffindung sogenannter segmentaler Komplexstörungen und eventuell der Überprüfung der Effektivität der Atlas-Therapie dienen. Sie sollte laut ARLEN also unabdingbarer Bestandteil der sog. Atlas-Therapie sein und könnte über Häufigkeit und Intensität der Impulse entscheiden.

Aus juristischen Gründen ist ausdücklich darauf hinzuweisen, dass es sich bei der Atlastherapie nach ARLEN um keine wissenschaftlich gesicherte Methode handelt, die weder in ihrerer Wirksamkeit anerkannt, noch be-und/oder nachgewiesen wurde. Auch wenn eine einige von der Behandlungsmethode überzeugt sind, stellen diese jedoch nur eine Mindermeing dar. Ein zweifelsfreier wissenschaftlicher Nachweis der Wiksamkeit besteht ausdrücklich nicht.

Mögliche Technik/Wirkungsweise

Die sogenannte Atlastherapie sollte laut ARLEN eine mit dem Mittelfinger durchgeführte Behandlung des sogenannten Nackenrezeptorenfeldes durch Impuls (e) auf den Querfortsatz des obersten Halswirbels (=Atlas) oder auch gegen den Dornfortsatz des zweiten Halswirbels (=Axis) erfolgen. Sie könnte ggf. eine Unterbrechung des Reaktionskreises im Metamer, eventuell eine Normalisierung der Muskeleigenspannung (Tonus) und/oder unter Umständen einen Ausgleich vegetativer Fehlregulationen bewirken. Umfang und Dauer der möglicherweise bestehenden Behandlungswirkung der sogenannte Atlastherapie könnten abhängig von Art und Umfang der primären Strukturschädigungen sein. Bei strukturellen Organerkrankungen könnte sich laut ARLEN die metamere Reaktion immer wieder aufbauen, so dass das Wiederauftreten der gleichen Symptomatik nach wiederholter Atlas-Therapie als Frühzeichen einer Organerkrankung gewertet werden könnte und weitere Diagnostik veranlasst werden müsste.

Mögliche Auswirkungen

Die sogenannte Atlastherapie soll keine chirotherapeutische Lösung einer sog. segmentalen oder peripher artikulären Gelenkstörung (Blockierung i. S. z. B. einer EBM Ziffer 30200 oder 30201) sein. Sie könnte jedoch reflektorisch über die Unterbrechung des sogenannten metameren Reaktionskreises eventuell zur spontanen Lösung von Blockierungen führen. Ansatzpunkt der Atlas-Therapie sollte nach ARLEN demnach also immer der Atlas (gelegentlich Axis) und nicht das blockierte Gelenk wie in der Chirotherapie sein.

Zur Ausbildung der sogenannte Atlastherapie werden nur approbierte Ärzte mit Zusatzbezeichnung "Chirotherapie" zugelassen. Die sogenannte Atlastherapie ist somit eine rein ärztliche, keine apparative und keine delegierbare oder verordnungsfähige Anwendung (kein Heilmittel).

Mögliche Anwendungsgebiete (wissenschaftlich nicht anerkannt) bei z. B. Erwachsenen

  • akute und chronische Schmerzsyndrome
  • z. B. bei vorhandenem Kopfschmerz
  • Sog. Migraine cervicale
  • u. U. bei Schmerzen des Bewegungssystems insbesondere dort, wo die sogenannte Chirotherapie im Segment kontraindiziert ist (Arthritis, Osteoporose, Metastasen, Trauma).
  • Ggf. bei Folgen der HWS-Distorsion (Beschleunigungsverletzung = Schleudertrauma)
  • z. B. bei sogenannter Kiefergelenkdysfunktionen
  • u. U. bei Tinnitus / Ohrensymptome
  • Ggf. bei sogenanntem Kloßgefühl und Schluckbeschwerden
  • Evtl. beifunktionelle Hör- und sonstige Organbeschwerden
  • u. U. bei der sogenannten Cranio-Mandibuläre Dysfunktion (CMD)

Möglicherweise (wissenschaftlich nicht anerkannt, bewiesen und nachgewiesen) Verringerung der sog. Symtome bei:

  • Multiple Sklerose (MS)
  • Muskeldystrophie
  • Bcmd
  • Bei spastischen Paresen

Mögliche Anwendungsgebiete bei Kindern und Säuglingen

(wissenschaftlich nicht anerkannt und nicht bewiesen):

  • Bei Geburtstrauma
  • Bei Lagenanomalie/Skoliose
  • Bei sogenanntem gestörtem Reflexverhalten
  • Bei Schädelasymmetrie, kopfgelenkinduzierter Symmetriestörung ( dem sog. Wissenschaftlich nicht anerkanntem, bewiesenem und nachgewiesenem KISS-Syndrom)
  • Bei motorische Entwicklungsverzögerung
  • Bei sogenannter sensomotorischer Dyskybernesen, Verhaltensstörungen

Allgemeine Meinung zu Kosten und wirtschaftlichen Aspekten

Bei ggf. erfolgreicher Atlastherapie bei Erwachsenen könnte man eventuell vor allem Schmerzmittel und andere Medikamente sowie Heilmittel einsparen. Unter Umständen würden zum Beispiel Krankheitsverläufe und Arbeitsunfähigkeitszeiten verkürzt werden.
Die Anwendungsdauer der sogenannten Atlastherapie soll laut ARLEN abhängig von der Erkrankung sein. Bei akuten Beschwerden könnte beispielsweise eine Behandlungsserie von 4 bis 6 Anwendungen, die auf ausdrücklichen Wunsch der Patientin, oder des Patienten erfolgen, eventuell ausreichend sein.

Bei chronischen Erkrankungen würde laut ARLEN – in der Regel nach einer Behandlungsserie von 6 Anwendungen – die eventuell vorhandene Effektivität überprüft werden können. Die Anwendung könnte dann zum Beispiel in größeren Abständen ( zum Beispiel 3 bis 6 Wochen) über einen längeren Zeitraum wiederholt werden.