DER FUSS: Anatomie

Anatomie des Fußgelenkes
Das Fußgelenk gliedert sich in:

  1. Fußwurzelknochen (Tarsus)
  2. Mittelfußknochen (Metatarsalia)
  3. Zehen (Digiti)

Man unterscheidet im Fuß folgende Gelenke:

  1. Oberes Sprunggelenk
  2. Unteres Sprunggelenk
  3. Fußwurzelgelenke
  4. Gelenke zwischen Fußwurzelkochen und Mittelfuß
  5. Gelenkige Verbindung zwischen der Basis und den Mittelfußknochen
  6. Gelenkige Verbindung zwischen Mittelfußknochen, Zehenknochen und Zehengelenke

OBERES SPUNGGELENK

Es wird gebildet durch die Malleolengabel, die wiederum durch das Schienbein (Tibia) und das Wadenbein (Fibula) entsteht, welches mit ihrer Gelenkfläche etwas tiefer als das Schienbein steht. Zusätzlich kommt der Fußrolle (Talus) eine wichtige Funktion zu, die wiederum von Schienbein und Wadenbein umrissen wird.

Zudem gibt es eine Gelenkkapsel.

Am oberen Sprunggelenk gibt es Bänder, die zum Teil bei Verletzungen überdehnen, teileinreissen und/oder ganz reissen.

Bewegungen im oberen Sprunggelenk

Das oberen Sprunggelenk (OSG) ist ein Scharniergelenk mit einer transversal verlaufenden Achse, die knapp unter der Spitze des inneren Knöchels beginnt und an die dickste Stelle des äußeren Knöchels verläuft.

Das Bewegungsausmaß beträgt zwischen maximaler Fußrückenwärtsbewegung (Dorsalextension) und maximaler Fußsohlenwärtsbewegung (Plantarflexion) bis zu 70 Grad.

Die Beweglichkeit ist für die Fußrückenwärtsbewegung (Dorsalextension) und für die  Fußsohlenwärtsbewegung (Pantarflexion) 20-30/0/40-50 Grad.


Hätten Sie´s gewusst?


Man unterscheidet beim Fuß zwei Gelenkregionen:

 

  1. Chopart´sche Gelenklinie: zwischen der Fußrolle Talus und dem Fersenbein Calcaneus und dem Kahnbein Os naviculare
  2. Lisfranc´sche Gelenklinie: zwischen Fußwurzelknochen und Mittelfußknochen

UNTERES SPRUNGEELENK

Es besteht aus zwei voneinander getrennten Gelenken:

  1. Gelenk unter der Fußrolle (Artikulatio subtalare) der hintere Teil des unteren Sprunggelenkes
  2. Gelenk zwischen Fußrolle, Fersenbein und Kahnbein (Artikulation talo calcaneus naviculare) im vorderen Anteil des unteren Sprunggelenkes

Bewegungsmöglichkeiten im unteren Sprungelenk:

  1. In unteren Sprungelenk kann gedreht werden. Es handelt sich hier um ein Zapfengelenk (einen Trochus). Drehbewegungen werden, wie bei der Hand auch Pro- und Supination genannt.

Unter Supination versteht man das Aufheben des inneren (medialen) Fußrandes, unter Pronation das Heben des äußeren (lateralen) Fußrandes.
Der Gesamtumfang kann bis zu 60 Grad betragen

Bewegung im unteren Sprunggelenk
Pronation/Supination bei bei fixiertem Fersenbein: 15 Grad/0/35 Grad

FUßFORMEN

1. Pes rectus: Dieser Fuß zeigt 5 Zehenfelder, ein vorderes und hinters Zohlenfeld mit einem Verbindungstreifen.
Die Hauptlast beim gesunden Fuß liegt medial auf dem Calcaneus und im Köpfchen des 1. Metatasalknochen.
2. Pes planus: Plattfuß 

Hätten Sie´s gewusst?

Bei der Entstehung eines Plattfußes treten starke Schmerzen im Fuß und Unterschenkel durch die Dehnung der langen Fußsohlenmuskeln auf.

3. SichelfußDies zeigt einen zweigeteilten Fußsohlenabdruck, dabei ist das Fersenbein nach innen gedreht und die anderen Fußteile sind nach außen gedreht.

4. Knick- Plattfuß (Pes planus valgus)
Es zeigt sich ein medial nach innen ausgebildeter Fußabdruck. Er besteht aus einem Platt- und einem Knickfuß. Dadurch steht der Calcaneus in einer Außenhebelstellung (Pronation)

5. Spitzfuß (Pes equinus)
Ein Spitzfuß entsteht durch Lähmung der Strecker

6. Hackenfuß (Pes calcaneus)
Ein Hackenfuß entsteht durch Lähmung der Beuger

7. Klumpfuß (Pes varus)
Beim Pes varus verläuft Längsachse durch die Fußrolle und Fersenbein und die Unterschenkelgelenke zeigen nach innen einen offenen Winkel.

DER FUSS: DIAGNOSTIK

Ablauf der Fuß- und Sprunggelenksdiagnostik:

  1. Ausführliche Anamnese
  2. Untersuchung des entkleideten Patienten
  3. Untersuchung des Standes mit Schulter- und Beckentiefstand sowie – drehung
  4. Untersuchung des Fußes, oberes- und unteres Sprunggelenk zunächst beim stehenden Patienten und dann am liegenden Patienten
  5. Zudem werden auch immer orientierend mindestens die untere Lendenwirbelsäule und immer Hüfte und beide Kniegelenk mituntersucht
  6. Verschiedene Tests
  7. Untersuchung der Neurologie der unteren Extremität (Durchblutung, Motorik, Sensibilität, Reflexe e.t.c.)
  8. Ggfs Blutuntersuchung (Labor) z.B. Entzündungs- und/oder Rheumawerte, kleines Blutbild, Elektrolyse, Harnsäure, Zucker etc.)

Bildgebende Diagnostik

  1. Ultraschall
  2. Röntgen
  3. Computertomographie (CT)
  4. MRT