DIE HALSWIRBELSÄULE (HWS): Krankheitsbilder

ERKRANKUNGEN IM BEREICH DER HALSWIRBELSÄULE

Im folgenden werden Erkrankungen im Bereich der Halswirbelsäule betr. Ihrer Entstehung, klinischen Symptomen z.B. Kopfschmerzen, der möglichen Diagnostik und Therapie beschrieben, wobei nicht nur die schulmedizinischen, sondern auch die alternativen konservativen und die operative Therapien kurz angesprochen werden.

Es besteht keineswegs ein Anspruch betreffend der Vollständigkeit betr. der Erkrankung und/oder der Auflistung von Symptomen, Diagnostik und Therapie.
Die Erklärungen ersetzen in keinster Weise den Besuch beim Arzt und/oder Orthopäden!

  1. DIFFERENTIALDIAGNOSEN
  2. WURZELREIZSYNDROME (Zusammenfassung)
  3. VERSCHLEIß DER VORNELIEGENDEN UNKOVERTEBRALGELENKE
  4. CERVICALER BANDSCHEIBENVORFALL (-PROLAPS) UND/ODER BANDSCHEIBENVORWÖLBUNG (-PROTRUSION)
  5. EINENGUNG DES SPINALKANALS IN DER HALSWIRBELSÄULE
  6. EINENGUNG FORAMEN INTERVERTEBRALE CERVICAL



WICHTIGE DIFFERENTIALDIAGNOSEN:

(Kein Anspruch auf Vollständigkeit)

KOPF- UND HINTERHAUPTKOPFSCHMERZEN:

Man unterscheidet:

  1. Akute Formen
  2. Chronische Formen

Zu den akuten Formen gehören:

  1. Unfall (Bruch oder Luxation)
  2. Bluterguss
  3. Subarachnoidalblutung
  4. Abzess (auch im Zahnbereich)
  5. Thermischer Kopfschmerz (Sonnenstich)
  6. Meningitis (besonders bei Kindern)
  7. Tumor (Geschwulst)
  8. Glaukom (Augeninnendruckerhöhung)
  9. Bluthochdruck
  10. Nervenschmerz des Nervus occipitalis magnus, C2
  11. Funktionelle Blockierung der Kopfgelenke
  12. Psychogen

Chronische Formen:

  1. Fehlverhalten nach Unfall wie z.B. Falschgelenkbildung im Dens, Fraktur der Gelenkflächen des 1. Halswirbels (Atlas) und/oder Luxation der Kopfgelenke
  2. Segmentale Instabilität (oft durch Veränderungen des 2. Halswirbels dem sogenannten Dens bei Rheuma)
  3. Geschwulst
  4. Glaukom (Augeninnendruckerhöhung)
  5. Hypertonus
  6. Neuralgie Nervus occipitalis magnus, Kopf
  7. Funktionelle Blockierung der  Kofgelenke
  8. Psychogen
  9. Gefäßbedingt z.B. Basillarinsuffizienz, Migräne, Clusterkopfschmerzen




Zusammenfassung von Wurzelreizsyndromen im Bereich der Halswirbelsäule

Wurzel

Dermatom

Kennmuskel

Reflexe

C3/4

Schmerzen bzw. Überempfindlichkeit im Schulterbereich

Einschränkung der Schulterhebung

Keine erfassbaren Reflexstörungen

C5

Schmerz bzw. Überempfindlichkeit etwa unter dem Ansatz des M. deltoideus

Muskeln des Bizeps brachii,bes.die Beugung im Ellenbogengelenk ist geschwächt

Bizepssehnenreflex abgeschwächt

C6

Speichenwärts des Ober- und Vorderarmes bis zum Daumen abwärts ziehend

Lähmungserscheinung und/oder Abschwächung der Handgelenkshebung (M. extensor carpi radialis)

Abschwächung des Radiusperiostreflexes

C7

Hautbereich seitlich/rückenwärts(lateral/dorsal) vom Bereich (Dermatom) C6 bis zum   2.-4.  Finger (insbesondere 3. Finger) ziehend

Lähmung des Musculus trizeps brachii (3köpfiger Unterarmmuskel  an  der Rückseite des Oberarms verlaufend), des M. pronator teres (Muskel, der das Ellenbogengelenk nach innen dreht), gelegentlich der Fingerbeuger, die Ellenbogenstreckung ist abgeschwächt, oft auch die Beugung im Handgelenk, nicht selten sichtbare Arthrophe des Daumenballens

Abschwächung oder Ausfall des Trizepssehnenreflexes

C8

Hautbereich (Dermatom) kleinfingerseitige Unterarm

Lähmung der kleinen Handmuskeln wie z.B. Fingerabspreizung- und anspreizung, sichtbare Arthrophe des Klein-fingerballens

Trizepsehnenreflexe abgeschwächt

TH1

Hautbereich (Dermatom) über dem inneren Oberarmknochen (Epicondylus)

Finger spreizen

 

 

Zusammenfassung der lumbalen Wurzelsyndrome

Wurzel

Dermatom

Motorik

Reflexe

L3

Schmerz und Gefühlsstörung quer über die Oberschenkel-vorderseite innen zur Oberschenkelrolle (Condylus mediales) strahlend

Schwäche des Muskulus quadrizeps (4 köpfiger Oberschenkelstrecker) und der Hüftanspreizmuskeln, (Hüftadduktoren) (Kniestreckung ist abgeschwächt, Hüftanspreizung ist abgeschwächt)

Patellasehnenreflex (PSR) fehlt oder ist abgeschwächt

L4

Oberschenkelaußen-
seite über die Kniescheibe(Patella)  und Innenseite des Unterschenkels ziehend

Abschwächung und/oder Lähmung des 4 köpfigen Streckers (M. quadrizeps femoris) und des vorderen Schienbeinmuskels (M. tibialis anterior) d.h. die Kniestreckung und die Supination des  Fußes  (Innenrandhebung) ist abgeschwächt

Patellasehnenreflex fehlend oder abgeschwächt

L5

Knieaussenseite,vordererseitlicher
(ventrolateraler) Unterschenkel, Fußrücken, Großzehe

Schwäche und/oder Lähmung des langen Streckers der Großzehe (M. extensor hallucis longus) sowie der kurzen Streckers der Zehen (M. extensor digitorum brevis), d.h. der Fersengang und die Fußheber und/oder die  Zehenheber sind abgeschächt

Tibialis posterior-Reflex fehlend oder abgeschwächt

S1

Seitlich/rückenwärts
(laterodorsaler) Ober- und Unterschenkel, Ferse, Kleinzehe

Schwäche und/oder Lähmung der Achillessehnenmuskeln (M. trizeps surae), des M. peroneus, des M. gluteus maximus (Zehengang/Fußsenker, Pronation d.h. Fußaußenrandhebung) abgeschwächt

Achillessehnenreflex fehlend und abgeschwächt




VERSCHLEIß DER VORNE LIEGENDEN UNKOVERTEBRALGELENKE (UNCOVERTERALARTHROSE)

Definition

Einengung der Nervenlöcher, die hauptsächlich durch die verschleißbedingte Vergrößerung der sogenannten Prozessus uncinati die vorne an der Halswirbelsäule liegen, hervorgerufen wird. Es kommt dadurch zu wurzelbedingten und/oder nervengefäßbedingten Symptomen im Vorderbereich.

Klinische Symptome

  1. Chronische bzw. akute Nackenschwächung
  2. Nackenarmschmerzen, einseitig oder beidseitig
  3. Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule
  4. Gefühlsstörung meist nicht auf eine Nervenwurzel bezogen
  5. Spannungs- und Schwellungsgefühl der Hand
  6. Rotationsbewegung zur Gegenseite schmerzhaft
  7. Sogenanntes cervicocephales Syndrom mit Kopfschmerzen, Schwindel, Hör- (Ohrensausen) Schluck- und/oder Sehstörungen. Die Beschwerden sind  häufig positionsabhängig

Differentialdiagnosen

  1. Schmerzausstrahlung einem Dermatom zu zuordnen im Sinne eines nervenwurzelbezogenen Schmerzes
  2. Reflexüberprüfung
  3. Lähmung und/oder Abschwächung von Muskelgruppen
  4. Gezielte manuelle Untersuchung auf Blockierungen oder Irritationen
  5. Röntgen der Halswirbelsäule zum Teil mit 6 Aufnahmen, die Schrägaufnahmen zur Beurteilung der Einengung der Nervenlöcher, (CAVE: häufig trügerisches Bild vermeintlicher Engen), ggfs. sogenannte Funktionsaufnahmen bei maximaler Beugung und Streckung der Halswirbelsäule
  6. Bei unklarer Diagnose eventuell MRT, Überweisung zum Neurologen
  7. Die Differentialdiagnostik ist umfangreich speziell Kopfschmerzen und Schwindel sowie andere Ursachen wie z.B. das thoracic outlet Syndrom
  8. 3-dimensionale Wirbelsäulenstatikvermessung um den Einfluss auf die Wirbelsäulenstatik, auf die Kiefergelenke, der Kaumuskulatur und/oder des Bisses zu erkennen
  9. Muskelfunktionsmessung mittels Sinfomed ®
  10. Überprüfung der sogenannten Triggerpunkte, von denen ausstrahlend eine Reflexantwort kommen kann
  11. Gefäßdarstellung der Ateria Vetebralis am häufigsten eingeengt auf Höhe C3 - C7

Therapie

  1. Konservative Therapien umfangreich

1.1. Nach Röntgenbild manuelle Therapie im Sinne einer Mobilisation und/oder Manipulation
1.2. Wärme
1.3. Kurzzeitige Halskrawatte (Gefahr der Muskelarthrophie)
1.4. Schmerzmittel z. B. Paracetamol
1.5. Schmerzmittel, die auch entzündungshemmend wirken wie z.B. nicht kortisonhaltige
entzündungshemmende Mittel (NSAR) wie z.B. Ibuprofen, Diclofenac etc. (Vorsicht
bei Magen- und /oder Darmproblemen
1.6. Krankengymnastik
1.7. Krankengymnastik am Gerät
1.8. Leichte Streckung (Extension)
1.9. Therapeutische Infiltrationen wie z.B. Neuraltherapie, Injektionen in/an die Facettengelenke
1.10. Elektrotherapie
1.11. TENS (Transdermale elektrische Nervenstimulation)
1.12. Rückenschule
1.13. Geführte Injektionen entweder per CT oder MRT an die Facettengelenke, an die
Nervenwurzeln (PRT), und/oder in den Spinalkanal (epidural) e.t.c.

  1. Alternative Therapien:

2.1. Kirschkernkissen, Dinkel-oder allgemeines Wärmekissen
2.2. Demonstration von selbstständig im häuslichen Rahmen durchführbare Übungen
2.3. Vermeidung von belastenden Positionen
2.4. Triggerpunktbehandlung ggfs. entweder mit Myogeloticum ®  und/oder radiale Stoßwellentherapie
2.5. Kinesiotape
2.6. Homöopathische Infiltration an die Facettengelenke mit z.B. Traumeel ®
2.7. Hochenergetische 2 Wellenlängen erfassende Tiefenlasertherapie zur
Lockerung der Muskulatur und/oder Regeneration
2.8. Hochmoderne Magnetfeldtherapie
2.9. Ganzkörperschmerzakupunktur
2.10. Ohrakupunktur
2.11. Schmerzinfusionen bei Nervenwuzelschädigung u.a. mit Vitamin B Komplex
2.12. Scenar ® Hilfe zur Selbsthilfe
2.13. Homöopathische Schmerzinjektion und/oder Infusionen

  1. Operative Therapie

Dekompression bei Kompression einer Nervenwurzel des Rückenmarks und/oder der Arteria vertebralis indem man eine Uncoforaminotomie durchführt . Es muss ggfs. auch die Hinterkante revidiert und das Hinterband getrennt werden.

      Weitere Möglichkeiten

1. Ventrale Bauchwärtsversteifung mit autonomem Knochenspantransplantat
2. Ventrale Halswirbelsäulenplatte und ggfs. künstliche Bandscheiben




CERVICALER BANDSCHEIBENVORFALL (-PROLAPS) UND/ODER BANDSCHEIBENVORWÖLBUNG (-PROTRUSION)

Allgemein

Bandscheibenvorfälle im Halswirbelsäulenbereich sind 100x seltener als im Lendenwirbelsäulenbereich. Überwiegend handelt es sich hier um Weichteilvorfälle von hinten- außen und in das Nervenwurzelloch hineinreichend. Eine Wurzelkompression ist selten. Eher kommt es zu akuten Kompressionen nach chronischen Beschwerden durch Verschleißveränderungen und chronischen Wurzelkompressionen.

Klinik

  1. Wurzelbezogene Nacken- Schulterschmerzen mit und ohne Gefühlsstörungen
  2. Manchmal Hust- und Niesschmerz
  3. Häufige Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule im Sinne eines Schiefhalses
  4. Genaue Analysierung der Schmerzausstrahlung
  5. Suchen von Lähmungen oder Abschwächung der Muskulatur
  6. Sensibilitätsstörungen
  7. Reflexausfall bzw. Reflexdifferenz
  8. Lhermitte-Zeichen positiv(Kopfkompressionsschmerz)

Wichtig:
Inkomplette Querschnitte bei mittlerem Bandscheibenvorfall möglich mit z.B. Rückenmarkskompression.
Folge ist häufig eine Blasenlähmung, Spastik, Schwäche auch in den Beinen.

Diagnostik

  1. Röntgen der Halswirbelsäule
  2. MRT
  3. CT
  4. Ggfs. cervicale Myelopathie mit Funktionsaufnahmen
  5. Vorstellung beim Neurologen zur Nervenleitungsgeschwindigkeitsmessung(NLG) und zur Elektromyelographie (Messung von elektrischen Strömen im Kopf)
  6. Ggfs. ergänzende Vorstellung beim Zahnarzt bei dentaler Ursache und/oder Kaumuskel/- Kiefergelenksfunktionsstörungen
  7. 3-dimensionale Wirbelsäulenstatikvermessung
  8. Muskelfunktionsmessung mit z.B. Sinfomed ®

Differentialdiagnostik

  1. Neuralgische Schulteramyotrophie (Ursache eine Entzündung des Nervengeflechtes mit starken diffusen Schmerzen)
  2. Karpaltunnelsyndrom
    Nächtliche Schmerzen in den ersten drei Fingern sowie daumenwärts des Ringfingers mit Tendenz zum Wachwerden und Ausschütteln der Hand und/oder Kühlen, Schmerzen beim Fahrradfahren
  3. Wurzelkompression C6/7
  4. Nervus ulnaris-Irritaton
    Kompression d.h. Einengung des Ellennerves auf Höhe des Ellenbogelenkes an der Unterarminnenseite und/oder in der Loge de Guyon im Handgelenk, wobei Sensiblitätsstörungen im Bereich des Kleinfingers und des Ringfingers kleinfingerseitig(ulnarseitig) auftreten können.

Therapiemöglichkeiten

1. Konservative Therapiemaßnahmen

1.1. Zunächst immer genaue Diagnostik (Ausnahme: akute mediane Massenvorfälle)
1.2. Therapie siehe auch Unkovertebralarthrose wie z.B. Wärme, Elektrotherapie, Krankengymnastik, Krankengymnastik am Gerät, Osteopathie, manuelle Therapie, Infiltration, Neuraltherapie, Infusionen, Medikamente, Chirotherapie etc.

2. Alternative Therapie

2.1. Biofeedback zur Entspannung der Muskeldysfunktionen, die mittels Muskelfunktionsmessung erfasst wurden
2.2. Schmerzinfusion mit u.a. Vitamin B- Komplex
2.3. Homöopathische Injektionen an die Facettengelenke z.B. mit Traumeel
2.4. Hochenergetische Tiefenlasertherapie zur Lockerung der Muskulatur und Anregung des Stoffwechsels, Abtransport der Stoffwechselschlacken sowie Förderung der Regenerationsfähigkeit
2.5. Kinesiotape
2.6. Hochmoderne Magnetfeldtherapie
2.7. Infiltration mit Orthokin®
Körpereigener, entzündungshemmender und somit schmerzlindernder Stoff mit 2          
Injektionen pro Woche in einem Zeitraum von 3 Wochen (insgesamt ca. 6 Injektionen).
2.8. Scenar® Hilfe zur Selbsthilfe
2.9. Ganzkörper-, Ohr- und/oder Kopfakupunktur
2.10. Infiltration mit pflanzlicher Hyaluronsäure an die Facettengelenke
2.11. Pulsierende Signal Therapie (PST®)




EINENGUNG DES SPINALKANALS IN DER HALSWIRBELSÄULE

Allgemein

Es besteht eine Einengung des Rückenmarkkanals (Spinalkanals) und/oder eine Einengung (Pelottierung) des cervicalen Rückenmarkes. Bei fortschreitender Erkrankung kommt es zu einem Rückenmarkschmerzes, d.h. zu Substanzschmerzen im Rückenmark der Halswirbelsäule, wobei neurologischen Ausfällen auftreten können. Diese Rückenmarksschädigung und dieser Rückenmarksschmerz ist als Signalanhebung im MRT erkennbar. Häufig ist eine Ursache in spondylophytischen, also im Sinne knöchernen Randzacken zu sehen. Männer sind häufiger als Frauen betroffen.

Klinik

  1. Langsam zunehmende Beschwerden wie Gangunsicherheit und unbekannte neurogene Miktionsstörungen
  2. Nervenwurzelbedingte Armschmerzen
  3. Diffuse Schmerzen bis in die Arme und Beine
  4. Neurologisch gesehene Befunde wie symmetrisch oder einseitig betonte Lähmungen ggfs. Spastik mit Sensibilitätsstörung (nicht obligat)

Diagnostik

  1. Röntgen der Halswirbelsäule in 4 bzw. 6 Ebenen
  2. MRT
  3. CT evtl. auch Myelographie. Dabei Beurteilung der Weite des Spinalkanals. Suche nach relativen Einengungen. Anhalt: Der normal sagittale Durchmesser an der Halswirbelsäule ist für den Spinalkanal über 13mm
  4. Darstellung des Kopfes mittels MRT und/oder eines CTT (Cephalo- Computertomographie) zum Ausschluss cerebraler Ursachen wie Geschwulste (Tumore)
  5. Messung durch den Neurologen der Nervenleitungsgeschwindigkeit (NLG) und Elektromyographie (EMG)

Differentialdiagnosen

  1. Instabilität des 2. Halswirbels des sogenannten Dens mit chronischer Schädigung des Rückenmarkes
  2. Amyotrophe Lateralsklerose (neurologische  Grunderkrankung)
  3. Multiple Sklerose
  4. Funikuläre Spinalerkrankung (diagnostisch Hinweis auf Rückgang des B12 Spiegels)

Therapien

  1. Konservative Therapie

Diese stehen zunächst im Vordergrund bei Schmerzsynptomen und fehlender akuter neurologischer Verflechtung z.B. einer frischen Denervierung im Elektromyogramm. Es muss ein akuter Prozess wie z.B. ein Bandscheibenvorfall, eine Entzündung und/oder ein Unfall ausgeschlossen werden.
Die konservativen Therapien umfassen das gesamte Spektrum wie schon bei der Unkovertebralarthrose und dem Bandscheibenvorfall bzw. Bandscheibenvorschub beschrieben.
1.1. Spritzen
1.2. Chirotherapie in Form von Mobilisation und Manipulation bei fehlender Kontraindikation (z.B: akuter Bandscheibenvorfall)
1.3. Bei akuten Fällen Kälte-, bei chronischen Fällen Wärmeanwendungen
1.4. Elektrotherapie
1.5. TENS (transdermale elektrische Nervenstimulation bei fehlenden Kontraindikationen wie z.B. Herzrhytmusstörungen)
1.6. Schmerzinfusion
1.7. Schmerzmittel
1.8. Entzündungshemmende Schmerzmittel nach vorheriger Aufklärung über Nebenwirkungen,   Kontraindikationen und Abklärung von Risiken sowie Aufklärung über Einnahmeart und -frequenz (CAVE: Magen-Darmtrakt)
1.9. Muskelentspannende Mittel
1.10. Manuelle Therapie
1.11. Krankengymnastik
1.12. Krankengymnastik am Gerät
1.13. Osteopathie z.B. craniosacrale Techniken
1.14. Triggerpunktbehandlung ggfs. mit Myogeloticum und/oder radialer Stoßwellentherapie
1.15. Gezielt gesteuerte Injektion unter Bildwandler(BV) bzw. CT und/oder MRT in Form von Injektionen an/in die Wirbelgelenke(Facettengelenkinjektionen), an die Nervenwurzeln (periradikuläre Therapie=PRT) und/oder in den Spinalkanal(epidural)
1.16. Sklerosierungsbehandlung der kleinen Wirbelgelenke mittels 66%iger Glucoselösung (Proliferationstherapie)
1.17. Massagen (häufig nicht effektiv,da nur passiv und nicht dauerhaft schmerzlindernd)
1.18. Physikalische Therapie (z.B. Elektrotherapie, TENS, Ultraschall e.t.c.)
1.19. Muskelfunktionsdiagnostik mittels Muskelfunktionsanalyse
1.20. Rückenschule
1.21. Reha-Sport

  1. AlternativeTherapie

2.1. Kinesiotape
2.2. Schmerzinfusion u.a. mit Vitamin B-Komplex®
2.3. Homöopathische Injektionen z.B. mit Traumeel®
2.4. Triggerpunktbehandlung z.B. mit Myogeloticum und/oder radialer Stoßwellentherapie
2.5.Injektionen mit körpereigenen entzündungshemmenden Stoffen wie z.B. Orthokin®
2.6. Injektion mit pflanzlicher Hyaluronsäure z.B. Ostenil®
2.7. Hochenergetische, 2 Wellenlängen erfassende Tiefenlasertherapie zur
Entzündungshemmung, Förderung der Regenerationsfähigkeit und Abtransport
von Stoffwechselschlacken sowie Entspannung der Muskulatur
2.8. Muskelfunktionsmessung mit anschließendem Biofeedback z.B. Sinfomed®
Erfassung der Ursache z.B. im Dentalbereich wie Kaumuskelstörung, Kiefergelenksfunktionsstörung
2.9. Ganzkörperschmerzakupunktur
2.10. Kopfakupunktur
2.11. Ohrakupunktur
2.12. Osteopathie
2.13. Scenar® Hilfe zur Selbsthilfe

  1. Operative Therapiemaßnahmen

Indikation nur bei eindeutigen Befunden mit passender Klinik. Weiterhin zügige Entscheidung bei zunehmenden Lähmungserscheinungen, da die Ausfälle häufig nicht reversibel sind. Auch operative Therapie bei frustraner konservativer Therapie oder zunehmender Symptomatik und Schmerzen

Folgende Verfahren sind möglich:

3.1. Spondylodese (Verschraubung nach Bandscheibenentfernung und Abtragung der hinteren Randknochenvorspünge)
3.2. Bauchwärtsgeführte Verschmelzung der Wirbel mit autonomem Knochenspan und ggfs. ventraler HWS Platte
3.3. Bei ausgeprägten mehrsegmentalen Vorfällen Spondylophytendekompression mUit Cervicalmark notwendig, Entfernung des Wirbelkörpers mit ventraler Zusammenführung durch Beckenkammspanimponat sowie ventraler Plattenosteosynthese. Zusätzlich ist auch eine dorsale Kompression möglich oder nötig. Dort gibt es verschiedene Techniken. Bei Fällen mit Recessuseinengung (Stenosen) besser von vorne angehen

Prognosen

Die konservative Therapie ist eigentlich unsicher. Nach operativerDekompression bis zu Dreiviertel der Patientin mit deutlicher funktioneller Leistungssteigerung und subjektiver Beschwerdereduktion. Bei länger bestehenden Ausfällen des Rückenmarkes ist, selten noch einem operativen Eingriff allerdings selten eine Besserung zu erwarten.




EINENGUNG FORAMEN INTERVERTEBRALE CERVICAL

(Einengung des Nervenloches/-löcher an der HWS)

Allgemein

Verschleißerscheinung und Vergrößerung z. B. der Prozessus uncinati, Einengung des Nervenlochs im Bereich der Halswirbelsäule. Im Alter unter 50 Jahren häufiger durch Bandscheibenvorfälle.

Klinik

  1. Meistens häufig akute Verschlimmerung von chronischen Schmerzen
  2. Ggfs. sensible motorische Schwächen (häufig erwähnt: mir fällt alles aus der Hand) mit Reflexabschwächung

 

Diagnostik

  1. Röntgen HWS in zwei bis maximal 6 Ebenen
  2. CT
  3. MRT
  4. MRT mit Kontrastmittelgabe
  5. Neurologie zur Messung der Nervenleitungsgeschwindigkeit(NLG) und Elektromyographie (EMG) ggfs. zum Ausschluss zur Schädigung von langen Bahnen im Sinn einer Spastik

Therapie

  1. KonservativeTherapie

1.1. Siehe Einengung des Spinalkanals, zunächst Versuch mit Antiphlogistika wie z.B. Ibuprofen, Diclofenac nach vorheriger Aufklärung über Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Abklärung von Risiken (CAVE: Magen-Darmproblematik), keine Dauermedikation
1.2. Intensive konservative Behandlung wie üblich mit z.B.: Elektrotherapie, TENS, Wärme, Halskrause (nur zeitweise wg. Gefahr des Rückganges der Muskulatur), Demonstration von selbstständig im häuslichen Rahmen durchführbaren Übungen e.t.c.
Immer konservative Therapie vor operativer Therapie außer bei Lähmung und/oder  frischem Massenvorfall

  1. Alternative konservative Therapien
    Einengung des Spinalkanals ab der Halswirbelsäule
  1. Operative Therapie
    Versteifung nach Bandscheibenentfernung und Dekompression der Wurzel Nachbehandlung: Mobilisation meist am ersten postoperativen Tag, Cervicalstütze je nach Operationsverfahren