DIE HAND: Anatomie

Anatomie der Hand und Finger:
Das Handgelenk wird gebildet durch Speiche und Elle, die wiederum auch ein Gelenk bilden (Ariculation radio ulnaris distale) und der Handwurzel (Carpus).

Carpus:
Die Handwurzel besteht wiederum aus 8 Handwurzelknochen (Ossa carpii). Diese werden wiederum in zwei Reihen mit jeweils 4 Knochen angeordnet. Man unterscheidet folgende Knochen:

1. Von außen nach innen befindet sich in der vorderen Reihe (sprich Reihe zum Ellenbogen hin) das Kahnbein (Os scaphoideum)
2. Das Mondbein (Os lunatum)
3. Das Dreiecksbein (Os triquetum)
4. Diesem aufgelagert ist das Erbsenbein (Os pisiforme)

In der Reihe zu den Fingern hin sieht man von außen nach innen:

1. Großes Vieleckbein (Os trapezium)
2. Kleines Vieleckbein (Os trapezoideum)
3. Kopfbein (Os capitatum)
4. Hakenbein (Os hamatum)

Jeder Einzelhandwurzelknochen hat unterschiedliche Facetten zur Gelenkbildung mit den anderen Nachbarknochen.

KNOCHEN DER MITTELHAND UND DER FINGER

Anatomie:
Man unterscheidet 5 Mittelhandknochen (Ossa metacarpalia). Sie bestehen jeweils aus einem Köpfchen, einem Korpus und einer Basis. Die beiden Enden sind Gelenkflächen, die zur Verbindung  einerseits mit den Handwurzelknochen (ellenbogenwärts) und andererseits mit den Fingerknochen (fingerwärts) verbunden sind.

Hätten Sie´s gewusst?

Die ellenbogengelenkwärtsnahe Gelenkfläche des ersten Mittelhandknochens ist sattelförmig. Der Mensch besitzt 4 Sattelgelenke und zwar:
1. Zwei Daumensattelgelenke
2. Zwei Sattelgelenke zwischen Brustbein und Schlüsselbein (Sternoclaviculargelenke)

An die Mittelhandknochen schließen sich fingerwärts die Fingerknochen (Ossa digitorum manus) an. Diese unterschieden sich, abgesehen von dem Daumen, in einer proximalen Phalanx, einer mittleren Phalanx und einer distalen Phalanx. Der Daumen besitzt nur 2 Phalanen und zwar eine Grund- und eine Endphalanxs.

Regelmäßig bilden sich an der gelenkigen Verbindung zwischen Mittelhandknochen und Grundphalanx des Daumens und zwar innen und außen (medial und lateral) verschiedene Sesamknöchelchen (Ossa sesamoidea). Diese wirken wie ein Hypomochlium für den Verlauf der Sehnen (Beuge- und Strecksehnen).

DIE GELENKE

  1. Handwurzelgelenke

    1. Das ellenbogenwärts (proximale) gerichtete Handwurzelgelenk ist die Articulatio radio carpalis.
      Es ist ein Eigelenk. Es besteht aus  der Speiche, dem Discus triangularis (eine knorpeligen Platte ähnlich der Bandscheibe) und der vorderen (proximalen) Handwurzelreihe. Die Kapsel des ellenbogenwärts gerichteten Handwurzelgelenkes ist schlaff und handrückenwärts relativ dünn und mit zahlreichen Bändern verstärkt.

    2. Das fingerwärts gerichte Handwurzelgelenk ist die Articulation medio carpalis.     
      Sie wird gebildet von:
      Der vorderen (proximalen) und hinteren (distalen) Reihe der Handwurzelknochen und bildet  
      einen S-förmigen Gelenkspalt. Hier ist die Gelenkkapsel handinnenwärts straff und
      handrückenwärts dagegen schlaff.

Man unterscheidet verschiedene Bänder und zwar:

  1. Bänder im Bereich der Handwurzel
  2. Bänder, die die Handwurzelknochen untereinander verbinden
  3. Bänder zwischen Handwurzel und Mittelhandknochen
  4. Bänder zwischen den Mittelhandknochen

BEWEGUNGEN IN DEN HANDWURZELKNOCHEN

Man unterscheidet von der Mittelstellung ausgehend folgende Bewegungen:
1. Randbewegungen (Radial- und Ulnaabduktion) d.h. eine Abweichung daumenwärts und kleinfingerwärts
2. Flächenbewegungen. Die Beugung und die Streckung (Palmarflexion und Dorsalflexion)
3. Zwischen- und Kombinationsbewegungen

Hätten Sie´s gewusst?

Die Mittelbewegung entspricht einer Abweichungsstellung kleinfingerwärts von 12 Grad und ist nicht mit einer Normalstellung zu verwechseln.
Unter einer Normalstellung versteht man jene, bei der die Gelenksachsen des 3. Fingers über das Kopfbein (Os capitatum) eine Gerade mit der Längsachse des Unteramres bilden.

Folgende Bewegungsausmaße sind möglich:
Streckung und Beugung (Dorsalextension/Palmarflexion) im Handgelenk: 35-60/0/50-60 Grad
Seitabweichung kleinfingerwärts und Seitabweichung daumenwärts (Ulnaabduktion/Radialabduktion): 30-40/0/25-30 Grad

Hätten Sie´s gewusst?

Die Randbewegungen und die Flächenbewegungen sind sowohl im Einzelnen untereinander und als auch zu den einzelnen angrenzenden Knochen wie den Mittelfingern und der Speiche und der Elle in verschiedenste Richtung nach oben und nach unten und jeweils zur Seite möglich.

 

DIE HAND: Diagnostik

ABLAUF DER HANDDIAGNOSTIK

1. Anamnese am Oberkörper
2. Untersuchung des entkleideten Patienten
3. Untersuchung des Handgelenkes
4. Untersuchung der Handwurzelknochen
5. Untersuchung der Fingergelenke
6. Untersuchung des Bewegungsausmaßes und der Bewegung der Knochen untereinander
7. Immer Mituntersuchung des Ellenbogengelenkes, des Schultergelenkes und der Halswirbelsäule, weil alle diese 3 Orte Einfluss auf das Bewegungsausmaß und/oder Funktionsfähigkeit der Hand, des Handgelenkes und der Handwurzelknochen, der Fingergelenke und der Finger nehmen können.
8. Verschiedene Tests
9. Immer Untersuchung der Neurologie (Durchblutung, Motorik, Sensibilität und Reflexe)
10. Ggfs. Blutuntersuchung (Labor): z.B. kleines Blutbild, Rheuma- und Entzündungswerte, Harnsäure, Zucker etc.

Weiterführende bildgebende Diagnostik

  1. Ultraschall
  2. Röntgen
  3. Magnetresonanztomographie (MRT)
  4. Computertomographie (CT)