DIE HÜFTE: Anatomie

Das Hüftgelenk wird aufgebaut durch 2 Gelenkflächen und zwar von der Innenfläche des Beckens (Facies lunata acetabuli) und vom Kopf des Oberschenkelknochens (Caput femoris).

  1. Die Gelenkpfanne

    1. Ist der Ausschnitt einer Hohlkugel
    2. Über den Äquator hinaus wird sie durch eine Gelenklippe (Labrum acetabulare) fortgesetzt.
    3. Zusammen bedecken Sie Zweidrittel des Oberschenkelkopfes.

  2. Die Gelenkapsel

    Außerhalb der Gelenklippe am Hüftkopfknochen befestigt

  3. Bänder des Hüftgelenkes
    Man unterscheidet 4 außerhalb der Gelenkkapsel liegende Bänder und ein in der Gelenkkapsel liegendes Band. Die außerhalb der Gelenkkapsel liegenden Bänder (extracapsuläre Bänder) sind:

    1. Das Ringband (Zona orbicularis)
    2. Das Band zwischen Darmbein und Oberschenkelknochen (Ligamentum  ilio-femorale), das stärkste Band
    3. Das Band zwischen dem Sitzbein und Oberschenkelknochen (Ligamentum ischio- femorale)
    4. Das Band zwischen dem Os pubis und dem Oberschenkelknochen (Ligamentum pubo- femorale)

      Intracapsulär
      verläuft das Band zwischen dem Hüftkopf  und der Pfanne (Ligamentum capitis femoris)

Hätten Sie´s gewusst?

Das Band zwischen dem Darmbein und dem Oberschenkelknochen ( Ligamentum ilio femorale) ist das stärkste Band des menschlichen Körpers mit einer Zugfähigkeit von etwa 350 kg!

In dem Band des Hüftkopfes (Ligamentum capitis femoris) verlaufen die wichtigen Gefäße wie die Arterie zum Hüftkopf. Bei Verletzungen kann es zu Ernährungsstörungen des Hüftkopfes kommen bis zu einem Hüftkopftod (=Hüftkopfnekrose).

Bewegung im Hüftgelenk
Man kennt folgende Bewegungen des Hüftgelenkes:
Das Vor- und Rückwärtsbewegen des Hüftgelenkes, wobei der Muskeltonus beim Heben auf das Gelenk wirkt, die sogenannte Ante- und Retroversion, man bezeichnet die Anteversion auch als Flexion (Beugung) und die Retroflexion, die als Extension (Streckung) bezeichnet wird.
Das Ab- und Anspreizen des Hüftgelenkes (die Ab- und Adduktion).
Das Beinkreisen und Rotation, welches Zirkumduktion und die Rotation genannt wird, wobei die Zirkumduktion eine zusammengesetzte Bewegung ist.

Die Bewegungsausmaße im Hüftgelenk sind wie folgt (Normalwerte):

Außen- und Innendrehung  (Außen- und Innenrotation) bei gestrecktem Hüftgelenk:
40-50/0/30-40 Grad
Außen- und Innendrehung (Außen- und Innenrotation) 
des Hüftgelenkes bei 90 Grad gebeugtem Hüftgelenk:
40-50/0/30-40 Grad
Streckung und Beugung des Hüftgelenkes (Retroversion/Anteversion bzw. Extensial Flexion):
15/0/130-140 Grad
Abspreizen und Anspreizen des Hüftgelenkes (Abduktion/Adduktion):
30-45/0/20-30 Grad

 

Diagnostik

ABLAUF DER HÜFTGELENKSUNTERSUCHUNG

1. Ausführliche Anamnese
2. Untersuchung des entkleideten Patienten im Stehen und im Liegen
3. Verschiedene Tests
Zunächst Untersuchung und Inspektion der Wirbelsäule speziell der Lendenwirbelsäule. Danach Untersuchung des eigentlichen Hüftgelenkes und dessen umgebenen Muskeln und Bändern, wobei auch immer das Kniegelenk mit berücksichtigt wird.
4. Untersuchung der Durchblutung,- Motorik,- Sensibilität und Reflexe der unteren Extremität (Neurologie)
5. Ggfs. Blutuntersuchung (z.B. Entzündungs- und/oder Rheumawerte, kleines Blutbild, Elektrolyse, Harnsäure, Zucker etc.)

Hätten Sie´s gewusst??

Nicht selten werden Knieschmerzen angegeben, wobei deren Ursache in Veränderungen im Bereich des Hüftgelenkes zu sehen sind.


Weiterführende, bildgebende Diagnostik:

1. Ultraschall
Vorteile: Methode mit der Strukturen wie Muskeln, Sehnen, Bänder, Knorpel, Knochen e.t.c. ohne Strahlenbelastung beurteilt werden können.

2. Röntgen
Vorteile: Gute Darstellung der knöchernen Strukturen unter anderem mit Spezialaufnahmen.
Nachteile: Strahlenbelastung, keine Beurteilung von Bändern und Sehnen möglich

3. Magnetresonanztomographie (MRT)
Vorteile: Alle Strukturen (Muskeln, Sehnen, Bänder, Knochen, Knorpel, Nerven e.t.c.) können beurteilt werden.
Nachteile: Das MRT ist aufgrund der Magnete bei Patienten mit Herzschrittmachern und/oder mit Metall nicht verwendbar. Zudem nicht einsetzbar bei klaustrophobischen Patienten, da die Röhre sehr eng und laut ist.

4. Computertomographie
Vorteile: Sehr gute Beurteilung der Knochenstruktur
Nachteile: Strahlenbelastung für den Patienten, der Schwerpunkt liegt auf der Knochenbeurteilung mit Schwäche in der Beurteilung der anderen Strukturen.