DIE HÜFTE: Krankheitsbilder

ERKRANKUNGEN IM BEREICH DER HÜFTE

Im folgenden werden Erkrankungen im Bereich der Hüfte betr. Ihrer Entstehung, klinischen Symptomen z.B. Kopfschmerzen, der möglichen Diagnostik und Therapie beschrieben, wobei nicht nur die schulmedizinischen, sondern auch die alternativen konservativen und die operative Therapien kurz angesprochen werden.

Es besteht keineswegs ein Anspruch betreffend der Vollständigkeit betr. der Erkrankung und/oder der Auflistung von Symptomen, Diagnostik und Therapie.
Die Erklärungen ersetzen in keinster Weise den Besuch beim Arzt und/oder Orthopäden!

Die häufigsten Hüftgelenkserkrankungen

  1. Hüftgelenksverschleiß (Coxarthrose)
  2. Hüftfehlanlage und angeborene Hüftluxation
  3. Schnappende Hüfte
  4. Gleiten der Wachstumszone am Hüftkopf (Epiphysiolysis capitis femoris)
  5. Durchblutungsstörungen des Hüftkopfes im Kindesalter (Morbus Perthes)
  6. Hüftkopftod beim Erwachsenen
  7. Frakturen im Oberschenkelknochen und Oberschenkelhals




1. HÜFTGELENKSVERSCHLEIß (COXARTHROSE)


Ursache: Meistens primärer, d.h. nicht bekannter Verschleiß beginnend zwischen dem 50-60. Lebensjahr oder sekundäre Coxarthrose mit Ursachen wegen einer Hüftfehlanlage und/oder Abrutschen der Wachstumsfuge im Kindesalter, rheumatische Beschwerden, Hüftentzündungen, seltener freie Gelenkkörper, Durchblutungsstörungen, Zustand nach Brüchen e.t.c.
Wichtige Einflussfaktoren: Übergewicht, Überlastung, Alter, Verschiebung des Hüftgelenkes

Klinik:

  1. Schmerzen in der Leiste und meist vorderes Gesäß mit Schmerzausstrahlung in den Oberschenkel bis zum Knie
  2. Einlauf- und Belastungsschmerz, im fortgeschrittenen Stadium Ruheschmerz
  3. Zunehmende Kreuzschmerzen durch Zunahme des Hohlkreuzes bei Beugung der erkrankten Hüfte
  4. Bewegungseinschränkungen
  5. Alltagsabläufe wie z.B. Socken oder Schuhe anziehen sind erschwert

Befund

  1. Änderung des Gehens im Sinne eines Verkürzungshinken, Schmerzen und Schonhinken zum Teil Rückgang der Muskeln
  2. Bewegungseinschränkungen im Hüftgelenk, Frühzeitige Einschränkung des Innendrehens und des Abspreizens
  3. Veränderung der Beinlänge
  4. Druckschmerz im Kapselbereich, in der Leiste und/oder am großen Rollhügel

Therapie:

1. Nichtoperative Therapie:

1.1. Wärme, Kälte, Elektrotherapie, TENS, Ultraschall e.t.c.
1.2. Medikamente
1.3. Krankengymnastik
1.4. Injektionen
1.5. Hilfsmittel

2. Alternative Therapieverfahren

2.1. Akupunktur (Ganzkörper-, Ohr- und Kopfakupunktur)
2.2. Pulsierende Signal Therapie
2.3. Körpereigene Arthrosetherapie
2.4. Hochenergetische Tiefenlasertherapie
2.5. Moderne Magnetfeldtherapie
2.6. Natürliche, pflanzliche und knorpelunterstützende Hyaluronsäure
2.7. 3 dimensionale Wirbelsäulenstatikvermessung
2.8. Homöopathische, natürliche Schmerzinfusion
2.9. Nahrungsergänzungsmittel
2.10. Homöopathische Spritzenkur
2.11. Fußmuskelstimulierende (propriozeptive) Einlagenversorgung
2.12. Aktivierung der Körperselbstheilungskräfte (Scenar®)

Operative Möglichkeiten:

1. Umstellungsoperation
2. Hüftgelenksersatz (Endoprothese Hüft TEP)




2. FEHLANLAGE UND ANGEBORENE HÜFTLUXATION

Die Fehlanlage ist eine Verknöcherungsstörung der Hüftpfanne (die Pfanne ist meist zu steil, abgeflacht und nach oben ausgezogen) und Hüftsubluxation (Teilverrenkung, Hüftkopf verlässt nicht ganz die Pfanne, aber der Pfannenerker ist verformt, die Gelenklippe ist ausgezogen), Hüftluxation (Hüftkopf ist aus der fehlangelegten Pfanne raus)


Hätten Sie´s gewusst?


Es gibt sogenannte Luxationsnester z.B. in Sachsen und in der Türkei.


URSACHE DER HÜFTFEHLANLAGE UND DER ANGEBORENEN HÜFTLUXATION

  1. Erblich bedingt, konstantes Geschlechtsverhältnis Mädchen zu Jungen 6:1, Doppelseitigkeit in 40% und geografische Häufung
  2. Äußere Faktoren z.B. bei Geburt in Beckenendlage

Klinik
Entscheidend ist die Frühdiagnose, die heutzutage mit Ultraschall durchgeführt wird. Unsichere Zeichen sind z.B.

  1. Instabilitätszeichen
  2. Abspreizbehinderung
  3. Faltenasymetrie zwischen Oberschenkel und Gesäß
  4. Beinverkürzung (CAVE: dies gilt nicht bei beidseitiger Hüftluxationen)
  5. Bewegungsarmut
  6. Watschelndes Gehen (Duchennehinken)
  7. Trendenlenburgzeichen (das Becken kann im Einbeinstand nicht waagerecht gehalten werden, so daß das Becken auf die Gegenseite (Trendelenburg positiv) absinkt).

Durchgesetzt hat sich die Sonographie der Säuglingshüfte nach Graf, welches seit 1996 im sogenannten Neugeborenenscreening (der U3 Untersuchung), die routinemäßig erfolgt, durchgeführt wird.

Therapiemöglichkeiten

Nicht operative Therapiemöglichkeiten:

  1. Sonographie nach Graf (ggfs. zunächst breites Wickeln)
  2. Fehlanlage (ab Sonotyp 2c nach Graf) funktionelle Abstützbehandlung durch Spreizhose (die Strampelbewegung zulässt)
  3. Starke instabile Hüfte bei Luxationsverdacht:  Spreizhose, ggfs. stabilere Schienenbehandlung oder Gips ggfs. stationäre Therapie
  4. Krankengymnastik

Operative Therapie:
Häufig zur Vorbeugung eines sekundär entstehenden Hüftgelenkverschleißes, verschiedene OP-Methoden wie z.B. eine Beckenumstellung, eine Pfannenschwenkoperation oder eine Pfannendachplastik.




3. SCHNAPPENDE HÜFTE (COXA SALTANS)


Oft ruckartiges, schmerzhaftes Springen der Sehnenplatte über dem großen Rollhügel, demTraktus iliotibalis über dem Trochanter major.

Ursache:
Zu starke Vorwölbung des Trochanter majors, allgemeine Bindegewebsschwäche, zum Teil Beinlängendifferenz.

Klinik:
Überwiegend junge Mädchen, Profitänzer. Diagnostik u.a. durch Hand auflegen während des Gehens und/oder hört und sieht man ein schnelles Springen dieser Sehnenplatte über dem großen Rollhügel. Sekundär kann es zu chronischen Entzündungen des Schleimbeutels am großen Rollhügel kommen.

Therapie:

1.Nicht operative Therapie:

1.1. Aufklärung
1.2. Krankengymnastik
1.3. Dehnübungen
1.4. Beinlängenausgleich
1.5. Lokale Injektionen
1.6. Osteopathie

2. Alternative Therapieverfahren zur Ergänzung

2.1. Akupunktur (Ganzkörper-, Ohr- und Kopfakupunktur)
2.2. Pulsierende Signal Therapie
2.3. Körpereigene entzündungshemmende Therapie
2.4. Hochenergetische Tiefenlasertherapie
2.5. Moderne Magnetfeldtherapie
2.6. 3 dimensionale Wirbelsäulenstatikvermessung
2.7. Homöopathische, natürliche Schmerzinfusion
2.8. Homöopathische Spritzenkur
2.9. Fußmuskelstimulierende (propriozeptive) Einlagenversorgung
2.10. Power Tape
2.11. Aktivierung körpereigener Selbstheilungskräfte (Scenar®)

Operative Therapie:
Nur bei erheblichen Beschwerden




4. GLEITEN DER WACHSTUMSZONE AM HÜFTKOPF (EPIPHYSIOLYSIS CAPITIS FEMORIS)

Man unterscheidet ein langsames Gleiten bzw. Kippen über Wochen und Monate (sogenannte Lentaform) und akute Lösung der oberen Hüftkopfwachstumszone (acuta Form) während der Pubertät. Betroffen sind meistens Jungen zwischen 12 und 16 Jahren sowie Mädchen zwischen 10-14 Jahren.

Das Gleiten kann auf jeder Stufe stehen bleiben, aber auch plötzlich in ein akutes Gleiten übergehen.
Gefahr: Zerstörung der Wachstumsgefäße und Gefahr der Hüftkopfdurchblutungsstörung.
Die Häufigkeit liegt zwischen Männern und Frauen bei 2:1, bei 1/3 sind beide Hüftgelenke betroffen.
Auffällig ist, dass diese Erkrankung häufig bei übergewichtigen Kindern mit einer Unterentwicklung der Geschlechtsorgane vorkommt. (Krankheitsbegriff: Morbus Fröhlich)

Klinik:

  1. Die sogenannte Lentaform ist häufig: Beschwerden sind nur schwach, es zeigt sich eine Ermüdung nach Belastung, zum Teil Hinken und Leistenschmerzen oder auch Knieschmerzen sind erste Symptome. Im fortgeschrittenen Stadium zunehmende Außenrotation und Verkürzung des Beines bei eingeschränkter Innenrotation
  2. Akute Form (selten): Akute, plötzliche Belastungsunfähigkeit der Hüfte, Patient bricht wie von einem Blitz getroffen zusammen.

Therapie:
Die akute Wachstumsfugenlösung stellt eine der wenigen Notfälle in der Orthopädie dar. Sie muss sofort mit Bettruhe, Belastungsverbot evtl. kurzfristige Streckung der Hüfte, danach schnellstmögliche Stabilisierung der Wachstumsfuge operativ behandelt und ggfs. muss der Bluterguss abpunktiert werden.
Bei der Lentaform gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten!

Komplikation:
Morbus Weidenström: Es kommt zu  einer Durchblutungsstörung des Knorpels des Hüftkopfes.




5. HÜFTKOPFNEKROSE IM KINDESALTER (MORBUS PERTHES BZW. MORBUS LEGG-CALVE-PERTHES)

Definition:
Durchblutungsstörung des Hüftkopfes im Kindesalter zwischen dem 3. und 12. Lebensjahr mit Altersschwerpunkt zwischen 6. und 7. Lebensjahr, doppelseitig bei 10-20% der Fälle, häufig zeitversetzt, Geschlechtsverteilung: Jungen zu Mädchen 4:1

Ursache:
Es kommt durch eine Durchblutungsstörung, deren Ursache nicht klar ist, bis zu einem Tod des Knochenkerns in der Hüftkopfwachstumsfuge. Danach Abbau des verstorbenen Knochens und Wiederaufbau. Dauer des Prozesses: 2-4 Jahre. In dieser Zeit ist die Wachstumsfuge vermindert belastungsfähig. Es kann zu einer dauerhaften Deformierung kommen.

Einteilung

  1. Anfangsstadium, in dem ein Gelenkerguss eruiert wird
  2. Kondensationsstadium mit Knochenverdichtung des Kopfes
  3. Fragmentationsstadium mit Nebeneinander von Verdichtung und Aufhellung
  4. Reparationsstadium mit strukturellem Wiederaufbau.

Klinik
Vorsicht: Das Röntgen hinkt der Symptomatik beim Krankheitsverlauf hinterher. Klinische Frühzeichen sind deswegen wichtig:

  1. Belastungsabhängige Hüft- insbesondere auch Knieschmerzen, Schmerzhinken, rasche Ermüdbarkeit, Einschränkung der Gehstrecke
  2. Meist Einschränkung der Innenrotation (Untersuchung in Bauchlage) und Abduktion.

Therapie
1. Nicht operativ:
Aufklärung der Eltern über Erkrankung, Verlauf und Dauer von 2-4 Jahren, bei leichter Form nicht operative Therapie mit Krankengymnatik, Schwimmen, Rad fahren und Schmerzmittel, wobei Sprungbelastungen vermieden werden sollten.
2. Operative Therapie:
Bei Auftreten von Risikofaktoren und/oder schweren Verlaufsformen ist das Ziel eine bessere Überdachung des Hüftkopfes zu bekommen. Bei Patienten über 6 Jahren Umstellungsoperation. Wichtig: Patienten mit einem Alter unter 7 Jahren haben bei Diagnosestellung ein wesentlich geringeres Arthroserisiko als ältere Patienten.




6. HÜFTKOPFTOD BEIM ERWACHSENEN (HÜFTKOPFNEKROSE)

Definition:
Absterben des Hüftkopfes als Folge einer lokalen Durchblutungsstörung.
Männer zu Frauen: 4:1 Vorwiegend im 30-60. Lebensjahr, 50% doppelseitig.

Ursachen:
Unbekannt, es gibt aber Risikofaktoren wie z.B.

  1. Kortisontherapie
  2. Stoffwechselstörung (z.B. Gicht)
  3. Gefäßerkrankungen (z.B. periphere AVK, Thrombose)
  4. Bindegewebserkrankung
  5. Alkoholmissbrauch
  6. Chemotherapie
  7. Bestrahlung
  8. Blutkrankheiten
  9. Taucher- (Caisson-) Krankheit
  10. Beseitigung der Ursache (z.B. Kortisonbehandlung, Alkohol)
  11. Entlastung der Gelstärken
  12. Physische Therapie

Einteilung:
Der Hüftkopftod wird eingeteilt in 4 Stadien nach Ficat/Arlt
Stadium 0: Keine Symptome
Stadium 1: Leistenschmerz, geringe Bewegungseinschränkung, insbesondere der Abduktion und Innenrotation
Stadium 2: Röntgenveränderungen wie Verdichtung, Knochenzystenbildung
Stadium 3: Absetzen des Knorpels,
Stadium 4: Zusammenbruch des Hüftkopfes.

Klinik:
Zunehmend belastungsabhängige Leistenschmerzen und Bewegungseinschränkungen

Nicht operative Therapien:
1.1. Beseitigung der Ursachen (z.B. Kortisonbehandlung, Alkohol etc.)
1.2. Entlastung durch Gehstützen
1.3. Traktion
1.4. Krankengymnastik

Alternative Therapien:
2.1. Pulsierende Signal Therapie (PST ®)
2.2. Homöopathische Schmerzinfusionen
2.3. Hochenergetische 2 Wellenlängen erfassende Tiefenlasertherapie
2.4. Hochmoderne Magnetfeldtherapie
2.5. Versuch mit Infiltration entzündungshemmender, körpereigener Stoffe (z.B. Orthokin®)
2.6. Scenar® (Hilfe zur Selbsthilfe)
2.7. Ganzkörper-, Ohr- und/oder Kopfakupunktur
2.8. Als Unterstützung natürliche, pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel mit den Knorpelinhaltsstoffen Glucosamin, Chondrotinsulfat, Kollagenhydrolysat, Hyaluronsäure etc.

Therapie:
Operative Therapien hängen ab vom Stadium und Ausdehnung der Durchblutungsstörungen.
Stadium 1 und 2: Auffbau des abgestorbenen Knochenherdes
Stadium 2 und 3: Eventuell Umstellungsoperation
Stadium 4         : Gelenkersatz




7. SCHENKELHALSFRAKTUR

Definition:
Häufig Verletzung des alten Menschen (Frauen häufiger als Männer) meist in Folge eines Unfalls bei bekannter Osteoporose und/oder selten Töchtergeschwulsten bei Grundkrebserkrankung.

Einteilung:
Lokalisation: 86% sind medial, intermediär und der Rest liegt lateral.
Es gibt eine Einteilung nach Pauwels
Pauwels 1: unter 30 Grad ist eine Abspreizkontraktur bei ca. 12% aller medialen Frakturen
Pauwels 2: 30-70 Grad ist eine Abduktionsfraktur
Pauwels 3: über 70 Grad sind Abscherfrakturen mit erheblicher Gefahr einer Falschgelenkbildung

Klinik:
Häufig Blickdiagnose.
Das betroffenen Bein ist außenrotiert und verkürzt. Zudem Schmerzen in der Leiste und am großen Rollhügel. Wichtig ist beim Unfall auch auf Begleitverletzungen zu achten z.B. Oberschenkelschaft oder Lendenwirbelsäule.

Therapie:
Nicht operative Therapien:
Nur bei valgischen, eingestauchten, nicht verschobenen Schenkelhalsfrakturen
Operative Therapie:
Alle übrigen Schenkelhalsfrakturen