Lumbago: Hexenschuss, akuter Kreuzschmerz

Lumbalgie: Chronischer Kreuzschmerz ohne Nervenwurzelausstrahlung

Lumboglutaealgie: Kreuzschmerz mit Ausstrahlung ins Gesäß

Lumboischialgie: Kreuzschmerz mit Ausstrahlung in das Bein

Ischialgie:
Vom Gesäßmuskel nach unten ins Bein ausstrahlender Schmerz ohne Bezug zu Segmenten (Dermatom)
Vorsicht: Häufig falsch positiver Dehnungsschmerz bei verkürzter, hinterer Oberschenkelmuskulatur

Dorsalgie: Rückenschmerz oberhalb der Kreuzregion

Verschleißerkrankungen der LWS:
Häufigste Ursache von Rückenschmerzen jenseits des 30. Lebensjahres. Verschleißveränderungen im 5. Lebensjahrzehnt bei 60% der Frauen und 80% der Männer, bei über dem 70. Lebensjahr bei fast jedem Menschen. Aufgrund der Biomechanik vor allem Befall der unteren Lendenwirbelsäule (Lumalsyndrom)

Facettensyndrom (LWS):
Nicht wurzelbezogener Schmerz ausgehend von den Wirbelgelenken und ihren Strukturen ohne Beeinträchtigung der Nervenwurzel. Die Diagnose ist meistens nicht eindeutig, da häufig andere Erkrankungen mit dem Facettensyndrom (Verschleißerkrankung der kleinen Wirbelgelenke) vergesellschaftet sind, so z.B. Schmerzen nach einer Bandscheibenoperation, Wirbelgleiten (Spondylolisthesis), Osteoporose (Knochenschwund), segmentale Instabilität etc.

Morbus Forestier (Spondylosis hyperostotica):
Häufig versteifende, Verschleiß bedingte Wirbelsäulenerkrankung. Relativ typische breite und lange Spangenbildung zwischen den Wirbelkörpern im Röntgen häufig verbunden mit Diabetes mellitus im Sinne einer sogenannten „osteoplastischen Diathese.“ Die Patienten sind häufig über 60, Männer häufiger als Frauen, häufig kleinere Menschen.

Baastrup-Syndrom:
Synonym ist Kissing-Spine (küssende Dornfortsätze), Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule durch sich berührende Dornfortsätze.
Im Röntgen: Reaktive Knochen- und Knorpelneubildung der Dornfortsätze bei ausgesprochenen degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule vor allem bei Höhenabnahme der Zwischenwirbelraume sogenannte Osteoarthrosis interspinosa.
Keine Krankheitshäufigkeit sondern Ausdruck eines schweren Verschleißes des unteren Lendenwirbelsäulensegmentes. Häufig röntgenologischer Zufallsbefund.

Lumbale Diskushernie:
In der Lendenwirbelsäule auftretende Bandscheibenhernie, in westlichen Ländern 15-80 pro 100.000 Einwohner, am häufigsten im Bereich der Lendenwirbelsäule L4/5 und L5/S1. Häufiges Alter für einen lumbalen Bandscheibenvorfall zwischen 30.-45. Lebensjahr.

Lumbale Spinalkanalstenose:
Recessusstenose, Rückenmarkskanaleinengung im Bereich der Lendenwirbelsäule, Enge des Spinalkanals mit Schmerzen und Gefühlsstörungen, evtl. Lähmungen.

Rezessussstenose:
Kompression der Nervenwurzel im Rezessus lateralis am häufigsten auf der Etage L4/5 (in 70% der Fälle) und L5/S1.

Degenerative segmentale Instabilität:
Sehr unklar benannter Begriff, klare Erklärungen zur Diagnose fehlen. Trotzdem ist die Diagnose häufig Grund zur Versteifung, welches häufig eine Anschlussinstabilität zur Folge hat. Damit gemeint ist eine vermehrte Beweglichkeit in den Segmenten, die unmittelbar an den zusammengeschlossenen Wirbelbereich anschließt.

Oxygodenie:
Steißbeinschmerz. Ursache vielfach unklar. Häufig Trauma, tief sitzender Kreuzschmerz oder Lumboischialgien, seltener Geschwulst, Bandscheibenvorfälle und/oder gynäkologische Erkrankungen. 80% der Patienten sind Frauen.
Haltungsschwäche und/oder- fehler, aktiv oder passiv völlig ausgleichbare Abweichung der Wirbelsäule von der als normal empfundenen Haltung in der Sagittal- oder Frontalebene.
Die Normalhaltung ist von vielen Faktoren wie Alter, Psyche, Muskulatur, Skelettform unter anderem abhängig und da sehr variabel.
Man beachte: Auch Modetänze beeinflussen die Haltung z.B. der Rundrücken der Nofretete wäre sicherlich ein Grund für eine orthopädische Untersuchung.

Morbus Scheuermann (Adoleszentenkyphose):
Im Jugendalter oft Wachstumsstörungen an den Grund- und Deckplatten der Brustwirbelsäule und/oder der Lendenwirbelsäule mit vermehrter Rundrückenbildung. Häufigste Wirbelsäulenerkrankung im Jugendalter (röntgenologisch bei ca. 20% der Bevölkerung). Die Ursache ist häufig unklar.

Osteoporotischer Rundrücken:
Viele, bauchwärts gerichtete Wirbelkörpersinterungen vor allem im Bereich der Brustwirbelsäule besonders häufig bei Frauen nach der Menopause.

Kongenitale Skoliose:  Fehlbildungsskoliose, die angeboren ist.

Spondylolyse:
Defekt im sogenannten Zwischenwirbelgelenkbereich (die Interarticularportion) eines Wirbelbogens.

Spondylolisthesis (oder kurz Olisthesis):
In der Regel bauchwärts gerichtete Verschiebung eines Wirbelkörpers mit seinen Bogenquerfortsätzen und oberen Gelenkfortsätzen über den nächst tieferen.
Es gibt eine Einteilung nach Newman: Es ist in 80% der 5. Lendenwirbelkörper, in 15% der 4. Lendenwirbelkörper betroffen.
Auffällig ist die hohe Rate bei Leistungssportlern mit Sportarten, die vermehrte Hohlkreuzbelastung darstellen (Hyperlordosierungsbelastung der LWS).  Speerwerfer haben zu 50% ein Wirbelgleiten, Judokas zu 25%, Kunstturner zu 25%, Delphinschwimmer und Ringer zu 24%.

Failed Back Surgery Syndrom (FBSS):
Ausdruck für anhaltende Schmerzzustände nach zum Teil mehrfachen Wirbelsäulenoperationen.

Postnukleotomiesyndrom:
Beschwerden speziell nach einer Bandscheibenoperation. Die Therapie sollte auf einem multimodalen Ansatz beruhen, d.h. in Zusammenarbeit von verschiedenen Fachärzten.