Dr. med. Peter Weih - Praxis für Orthopädie (0208) 33076/77
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Tipps und Tricks

Als besonderen Service haben wir hier allgemeine Verhaltensrichtlinien bei orthopädischen Erkrankungen für Sie zusammengefasst. Unsere Ratschläge können helfen, erste Linderung zu verschaffen und weitere Verschlechterungen einer akuten Verletzung oder Beeinträchtigung zu verhindern.

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Allgemeine Tipps und Tricks zur Behandlung von orthopädischen Erkrankungen
  1. Bei akuten Erkrankungen hilft meistens Kälte besser als Wärme, wobei die Kälte nicht direkt auf die Haut sondern in einem leichten Umschlag (z.B. Geschirrhandtuch) aufgelegt werden sollte. Die Behandlung sollte maximal 15 Minuten dauern, da sonst ein nachteiliger Effekt entsteht.

  2. Bei chronischen Beschwerden hilft meistens Wärme

  3. Bei Schmerzen in den Fingergelenken der Hand und den Handgelenken häufig Knetübungen in Sand oder gekochtem Mais, da durch diese weiche Struktur eine kleine und große Faust gebildet werden kann. Bei akuten Beschwerden kann letzterer kalt, bei chronischen Beschwerden warm angewendet werden.
    Außerdem gibt es eine therapeutische Knetmasse in drei verschiedenen Stärken.
Tipps und Tricks bei Kniegelenkbeschwerden
  1. Schmerzen an der Kniegelenksinnenseite, mit messerstichartigem Schmerz:
    Hinweis auf eine Innenmeniskusläsion (Knorpelscheibe zwischen Oberschenkelrolle und Schienbein). Wenn der Schmerz bei Überstreckung des Kniegelenkes zunimmt ist eher das Vorderhorn und bei Beugung des Kniegelenkes eher das Hinterhorn betroffen.

  2. Instabilität an der Kniegelenksinnenseite:
    Hinweis auf Läsion des Kapsel-Bandapparates an der Kniegelenksinnenseite. Wird ein Kissen beim Schlafen zwischen die Knie gelegt, ist dies meist ein Hinweis auf eine Innenmeniskussymptomatik.

  3. Schmerzen an der Kniescheibenspitze:
    Bei jungen Patienten nennt man dieses Morbus Sinding Larsen, weil es dort zu einer Störung der Durchblutung der Wachstumszone an der Kniescheibenspitze kommt (Patellaspitzensyndrom).

  4. Schmerzen zwischen Kniegelenksspitze und Vorwölbung an dem Schienbein (Tuberositas tibiae) mit Reizung des Bandes zwischen Kniescheibenspitze und Vorwölbung im Bereich des Schienbeines (sogenanntes Ligamentum Patellea-Syndrom):
    Hilfreich ist die Vermeidung von Sportsprungdisziplinen und Sprungbelastungen sowie Tragen einer entlastenden Bandage z.B. eine Sehnenbandage.

  5. Anschwellen des Kniegelenkes nach Belastung:
    Hinweis auf eine Arthrose im Kniegelenk. Hier sollte ggfs. unter sterilen Kautelen eine Entlastungspunktion erfolgen.

    Unterschiedliche Farbe der Entlastungspunktionen:
    1. Blutiger Erguss:
      Hinweis auf Bandverletzung im Kniegelenk
    2. Blutiger Erguss mit Fettaugen:
      Hinweis auf eine Bandverletzung im Kniegelenk mit Knorpel-Beteiligung (Fettaugen)

  6. Wegsacken des Kniegelenkes nach vorne meist mit Schwellung einhergehend. Hinweis auf eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes.

  7. Wegschlagen dies Kniegelenkes nach hinten: Verdacht auf Verletzung des hinteren Kreuzbandes.

  8. Schwellung und Erguss auf der Kniescheibe:
    Hinweis auf eine Entzündung des Schleimbeutels auf der Kniescheibe (Bursa praepatellaris). Anerkannte Berufserkrankung bei Fliesenlegern.
    Therapie: Entlastungspunktion, Kühlung, Kompression, bei fehlenden Kontraindikationen und Aufklärung über Nebenwirkungen entzündungshemmende, schmerzlindernde Mittel, kühlende Kompressionsverbände, Schonung.
    Bei Voroperationen nach 3-maliger Entlastungsoperation operative Entfernung des Schleimbeutels, wobei bei pochenden Schmerzen ein Verdacht auf bakteriellen Infekt besteht, dann Vorstellung sofort im Krankenhaus und Antibiose.

  9. Schmerzen im Bereich der Kniescheibeninnenseite:
    Verdacht auf eine Reizung, Läsion und Verletzung der Schleimhautfalte an der Innenseite der Kniescheibe (Plica mediopatellaris).
    Diese kann verdickt und entzündet sein und jedes Mal Schmerzen bereiten, wenn die Kniescheibe sich gegenüber der Oberschenkelrolle bewegt (Beugung/Streckung).

  10. Schwellung in der Kniekehle:
    Hinweis für eine sogenannte Baker-Zyste (Ausstülpung im Bereich des Kniekehlenbereiches, welcher mehr oder weniger gefüllt ist aufgrund von Verschleißerscheinungen hinter der Kniescheibe vorne, am Gelenk zwischen Kniescheibenrückfläche und Oberschenkelvorderfläche).

    Weitere Möglichkeiten:
    1. Weitung von Gefäßen
    2. Ausstülpung von den Wadenzwillingsmuskeln:
      Man unterscheidet einen inneren und einen äußeren Wadenzwillingsmuskel, der zusammen mit dem Schollenmuskel und dem Muskulus plantaris die Achillessehne bildet.
      Der Wadenzwillingsmuskel setzt an der Oberschenkelrolle an und kann dort Ausstülpungen hervorrufen. Diese können zum Teil bis in die Wade hinein ausstrahlen.
      Dies ist häufig bei einem Riss der Fall.

 

Hätten Sie´s gewusst?
Das vordere Kreuzband verläuft rechts und links jeweils wie Ihre Hosentasche, d.h. von oben aussen nach unten innen. Genau umgekehrt verläuft das hintere Kreuzband.

Tipps und Tricks um das erkrankte Hüftgelenk

Schuhempfehlung:
Empfehlenswert ist stossdämpfendes Schuhwerk sowie spezielle Pufferabsätze oder Krepp- oder Luftpolster. Alternativ: Fersenpolster in den Innenschuh einlegen.

Richtiges Sitzen:
Eine Überlastung des Gelenkes entsteht bei zu tiefem und zu stark angewinkeltem Sitzen.
Es ist darauf zu achten, dass die Sitzgelegenheit nicht tiefer ist als das eigentliche Kniegelenk, ggfs. leichte Erhöhung der Sitzgelegenheiten und auch erhöhtes WC-Becken und ggfs. Toilettenaufsatz installieren.
Nicht empfehlenswert ist das Sitzen mit übereinander geschlagenen Beinen.

Autofahren:
Zunächst sollte man beachten:

    1. Sitz so weit wie möglich nach hinten verschieben
    2. Rückenlehne nach rückwärts neigen
    3. Falls ein neuer Autokauf ansteht, auf Platzangebot achten
    4. Insbesondere bei linksseitiger Erkrankung Automatikgetriebe vorziehen.

 

Sport bei Endoprothetik:
Erlaubt sind:

    1. Schwimmen in Kraultechnik
    2. Radfahren
    3. Wandern
    4. Golfspielen (ohne Spikes)
    5. Lauftraining mit stossgedämpften Schuhen auf weichem Boden bei gemäßigtem Tempo
    6. Skifahren im leichten Gelände
    7. Rudern
    8. Paddeln


Grundsätzliche Vorsicht ist geboten bei allen Spitzenbelastungen z.B. durch Sprünge, Stösse und/oder großes Abspreizen.

Beispiele:

    1. Tennis
    2. Alpiner Skilauf
    3. Reiten
    4. Leichtathletik
    5. Bergklettern
    6. Größere Sprünge
    7. Abrupte Richtungswechsel (z.B. beim Badminton, Squash)


Alle Maximalbewegungen sowie das Abstoppen sind zu vermeiden.

Tipps und Tricks rund um die Schulter

Grundsätzlich gilt:
keine Schulterschonhaltung einnehmen.

Die Schulter sollte nach hinten und die Brust nach vorne geschoben werden. Der Arm sollte im schmerzfreien Rahmen benutzt werden. Auf der schmerzhaften Schulter sollte man nicht schlafen.

Bei akuten Schmerzen ist Kälte, bei chronischen Schmerzen Wärmeanwendung zu empfehlen.
Diese sollten nicht direkt auf der Haut und nicht länger als 15 Minuten angewendet werden.

Geeignete Sportarten sind:

    1. Schwimmen im schmerzfreien Rahmen
    2. Selbstständig im häuslichen Rahmen durchführbare Schulterübungen, die auf einem Demonstrationsblatt mitgegeben werden
    3. Gezieltes Krafttraining


Zu vermeiden sind:

    1. Schlagsportarten wie z.B. Tennis, Squash, Handball, Golf
    2. Überkopfarbeiten


Besteht ein schmerzhafter Bogen insbesondere beim Abspreizen des Armes seitlich bis zur Horizontalen, sollte man Pendelübungen mit dem erkrankten Arm im schmerzfreien Rahmen durchführen, wobei ein Gewicht von ca. 0,5kg bis 1kg (eine volle Wasserflasche) gehalten wird.
Der Effekt des Gewichtes liegt darin, dass die Schulter etwas heruntergezogen wird und der Raum unter dem Schulterdach, welches zu eng ist und den Schmerz auslöst, weiter wird.

Tipps und Tricks rund um die Wirbelsäule

Sitzende Tätigkeit:
Bei überwiegend sitzender Tätigkeit sollte auf Folgendes geachtet werden:

    1. Lehne so einstellen, dass der Rücken ca. 15-20 cm über der Sitzfläche gestützt wird.
    2. Nicht längere Zeit ununterbrochen in einer Sitzhaltung verweilen.
      Zwischendurch aufzustehen und Streckübungen durchführen.

 

Stehende Tätigkeit:

    1. Die Höhe der Arbeitsfläche ist so zu wählen, dass man bequem aufrecht stehen kann
    2. Möglichst abwechselnd ein Bein hochstellen z.B. auf einen Schemel oder eine Kiste

 

Heben und Tragen von Lasten:
Es sollte strikt vermieden werden, dass Aufheben von Lasten mit rundem Rücken und gestrecktem Bein nach unten durchzuführen. In dieser Stellung wird der Druck in der Bandscheibe und Lendenwirbelsäule so stark erhöht, dass die Bandscheiben dauerhaft geschädigt werden können.

Vorbild sollte der Gewichtheber sein:
Er geht in die Knie und hebt mit geradem Rücken den Gegenstand an.
Beim Tragen von Lasten das Gewicht verteilen, lieber 2 kleine Taschen als eine große und schwere.

Tipps bei Kniegelenkverschleiß

Schmerzen hinter der Kniescheibe
Das Gehen auf unebenem Gelände sowie das Treppe rauf und Treppe absteigen sollte vermieden werden. Bei starken Schmerzen ist eine Handstockbenutzung auf der gesunden Gegenseite sinnvoll.
Sind Steigungen und Treppe herauf gehen nicht vermeidbar, so sollte man sich Zeit lassen, sich am Geländer abstützen und Stufe für Stufe nehmen.

Schuhwerk:
Gute gefütterte Halbschuhe mit breitem Vorfuß sowie flachem Absatz sind zu empfehlen.
Insbesondere die Rückfußführung ist wichtig. Sandalen oder Stöckelschuhe (hohe Absätze) haben keine ausreichende Rückfußführung.

Sitzen:
Die Sitzhöhe muss der Unterschenkellänge angepasst werden.
Beim Sitzen sollten Knie- und Hüftgelenk unter rechtwinkeliger Beugung des Kniegelenkes auf gleicher Höhe stehen. Eine dauerhafte Beugungsstellung des Kniegelenkes ist ungünstig, da sie einen erhöhten Druck auf das Kniescheibengleitlager ausübt.
Zur Entlastung können Sie die Kniegelenke beim Sitzen ausstrecken, ggfs. sollte die Sitzhöhe durch einen Sitzkeil angehoben werden.

Haushalt und Beruf:
Bodennahe Arbeiten sollten besser im Sitzen und/oder in vermehrter Streckhaltung der Kniegelenke verrichtet werden.

Weitere nicht operative Therapiemöglichkeiten bei beginnenden bis mittelschwerem Kniegelenksverschleiß:

    1. Krankengymnastisches Trainingsprogramm das 1x pro Tag durchgeführt werden sollte.
    2. Bewegungsbäder in ca. 32 Grad warmem Wasser unterstützen die Therapie.
      Von Vorteil ist hier die Lockerung der Muskulatur und der Auftrieb des Wassers.
      Dies ergibt eine große Gelenkbeweglichkeit
    3. Elektrotherapeutische Maßnahmen wie Ultraschall und Interferenzstrom sind empfehlenswert.
    4. Kälte bei akuten Kniegelenksbeschwerden, wobei die Kälte nicht länger als 15 Minuten und nicht direkt auf die Haut gelegt werden sollte.
    5. Wärmeanwendungen (z.B. auch Fango) bei chronischem Kniegelenksverschleiß.
      Auch hier keine direkte Anwendung auf die Haut und nicht länger als 15 Minuten


Ein Vorteil von Elektrotherapie, Eis- und Wärmeanwendung ist eine Anregung des Stoffwechsels. Die Stoffwechselabfallprodukte werden schneller abgebaut.
Ebenfalls empfehlenswert ist bei mittelschweren Beschwerden und Kniegelenksverschleiß das Gehen mit Entlastung, wobei der Handstock auf der gegenüberliegenden, gesunden Seite benutzt werden sollte.

Rund um den Sport bei Knieerkrankungen
Maximalbelastungen sind zu vermeiden. Erlaubt sind:

    1. Schwimmen, wobei bei Schmerzen an der Kniegelenksinnenseite Brustschwimmen nicht zu empfehlen ist.
    2. Radfahren, wobei ein hoher Sattel und eine ebene Strecke wichtig sind.
    3. Skiwandern auf leichten, flachen Strecken.
    4. Wandern mit Handstock auf nicht zu harter und flacher Strecke. (Asphalt verweiden)


Nicht zu empfehlen:

Nicht zu empfehlen sind alle Sportarten, die durch kurze Sprints, schnelles Abstoppen aus vollem Lauf und Sprünge die Gelenke belasten. Dazu gehören sogenannte Stop and Go Sportarten (z.B. Fußball, Handball, Basketball, Tennis, Squash, Alpinskilauf, Leichtathletik usw.).

Hätten Sie´s gewusst!
Vermeiden Sie auf Dauer die Lagerung einer Rolle oder Kissen unter der Kniekehle. Dadurch kommt es auf zu einer Verkürzung der Muskulatur mit Kniegelenksbewegungseinschränkungen.

 

 

Bitte beachhten Sie, dass unsere hier aufgelisteten Ratschläge nicht der Eigendiagnose und -behandlung dienen sollen und können.

Konsultieren Sie bei Beschwerden in jedem Fall einen Facharzt für Orthopädie.